Liebe Patientin,
bei Ihnen wurde ein auffälliger Vorsorgeabstrich oder eine Veränderung an der Vulva festgestellt und Sie werden in eine Dysplasiesprechstunde überwiesen.
Zuallererst möchten wir Sie beruhigen, denn in unseren Sprechstunden geht es um eine weitere Vorsorgeuntersuchung. Es geht also in fast allen Fällen nicht um eine Krebsdiagnose, sondern um Vorstufen am Muttermund, die sich sehr gut und wenig invasiv behandeln lassen.
Auch Veränderungen in der Scheide oder an der Vulva können zumeist beobachtet und ggf. wenig invasiv operativ therapiert werden. Wenn Sie möchten, informieren Sie sich auf den folgenden Seiten genauer zu Zellveränderungen im Genitalbereich.
Bei Fragen kommen Sie gerne auf uns zu oder stellen diese gerne in unserer Sprechstunde.
Ihr Dysplasiezirkel-Team
Eine Dysplasie bezeichnet eine Veränderung der Zellen des Gebärmutterhalses, auch Cervix oder Portio genannt. Diese Veränderung ist oberflächlich und in 100 % heilbar. Entweder kann abgewartet werden oder es ist ein kleiner Eingriff notwendig, um den veränderten Bereich zu behandeln.
Humane Papillomaviren, die Dysplasien verursachen, befinden sich in der sogenannten Übergangszone. Diese können wir durch das Kolposkop (s.u.) betrachten und beurteilen
Es gibt mehr als 200 HPV-Typen, von diesen verursachen einige Veränderungen im Genitalbereich. Einige verursachen Genitalwarzen, andere Dysplasien am Gebärmutterhals. Die Mehrheit der sexuell aktiven Menschen infiziert sich mindestens einmal im Leben. Der Nachweis bestimmter HPV Typen hilft, Veränderungen am Gebärmutterhals besser beobachten oder behandeln zu können.
Die Untersuchung findet auf dem gynäkologischen Untersuchungsstuhl statt. Wir stellen uns den Gebärmutterhals mithilfe eines Speculums (Spiegels) ein, dieses kennen Sie von den gewohnten gynäkologischen Untersuchungen. Mit einem Auflichtmikroskop, dem Kolposkop, können wir nun unter Vergrößerung den Gebärmutterhals genau betrachten. Zudem werden ein bis zwei Flüssigkeiten aufgetupft, die veränderte Zellbereiche erkennen lassen.
Finden wir auffällige Bereiche, entnehmen wir kleine Proben. Bei Veränderungen an der Vulva läuft die Untersuchung ähnlich ab, Einstellung, Betupfen, ggf. Probeentnahme.
Die Untersuchung gleicht einer Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Gynäkologen/Ihrer Gynäkologin. Wenn eine Probenentnahme erforderlich ist, erklären wir Ihnen den Ablauf. Eine Betäubung ist nicht notwendig, Patientinnen spüren zumeist ein Ziehen, ggf einen Druck. Aus Erfahrung ist diese Untersuchung gut zu ertragen.
Danach kann eine leichte Blutung bestehen, die aber innerhalb von 1-3 Tagen endet.
Wir erhalten das Ergebnis der Probenentnahme innerhalb von 7-10 Tagen. Wir informieren Sie, wenn ein kleiner Eingriff notwendig ist persönlich. Ihr/e überweisende/r Gynäkologe/Gynäkologin erhält schließlich einen Brief, in dem u.a. ein Zeitplan für weitere Abstrichkontrollen enthalten ist.
Wenn eine Infektion mit HPV besteht, ist eine Vorbeugung für diese HPV Typen nicht mehr möglich. Man kann aber das eigene Immunsystem stärken durch Verzicht auf Nikotin und gesunde Ernährung/Sport.
Auch eine gesunde Vaginalflora trägt vermutlich zur Immunabwehr in der Scheide bei.
Sollten Sie Kinder haben, achten Sie auf eine HPV Impfung ab dem 9. Lebensjahr für alle Mädchen UND Jungen.
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